Lektion 5 · Vertiefung 3 von 6

Generative KI

Wie KIs neue Inhalte erschaffen — Texte, Bilder, Musik und Code.

Generative KI erschafft neue Inhalte aus Mustern.
Generative KI erschafft neue Inhalte aus Mustern. KI-generiert

In einem Satz

Generative KI erzeugt neue Inhalte — Text, Bild, Audio oder Code — auf Basis dessen, was sie aus riesigen Datenmengen gelernt hat.

Was du auf diesen Seiten findest

  • Der Unterschied zwischen analysierender und generierender KI
  • Pretraining, Feintuning und Prompting in drei Phasen
  • Vier reale Anwendungsfelder im Alltag
  • Diskussionsfragen + Quellen für die Oberstufe
Was ist das?

Vom Analysieren zum Erschaffen

Generative KI verlässt das passive Beobachten — sie produziert neue Inhalte.

Klassische KI ordnet ein. Generative KI erschafft Neues.
Klassische KI ordnet ein. Generative KI erschafft Neues. KI-generiert

Zwei KI-Modi

Klassisch · Analysieren

Ordnet ein, was schon da ist

Klassifikation, Detektion, Vorhersage. Output: Label oder Wahrscheinlichkeit.

Generativ · Erschaffen

Erzeugt Neues aus Mustern

Aus einem Prompt entsteht ein neuer Output. Text, Bild, Audio, Code.

Vier Inhaltstypen

  • Text — Antworten, Zusammenfassungen, kreative Texte
  • Bild — Illustrationen, Fotos, Designs aus Worten
  • Audio — Musik, Stimmen, Sprache
  • Code — Programmcode aus natürlicher Sprache
Seite 2 / 6
Wie funktioniert es?

Pretraining · Feintuning · Prompt

Drei Phasen vom Daten-Berg zur konkreten Antwort.

Drei Phasen: Pretraining · Feintuning · Prompt-Inference.
Drei Phasen: Pretraining · Feintuning · Prompt-Inference. KI-generiert

Phase 1 · Pretraining

Das Modell lernt aus Terabytes an Text, Bildern oder Audio. Es lernt Muster — keine Fakten, sondern Wahrscheinlichkeiten dafür, was als Nächstes kommt.

Phase 2 · Feintuning

Menschen geben Feedback (Daumen hoch / runter). So lernt das Modell hilfreiche, sichere und ehrliche Antworten zu bevorzugen. Stichwort RLHF.

Phase 3 · Prompt & Inference

Du gibst einen Prompt — das Modell generiert Wort für Wort (oder Pixel für Pixel) eine plausible Antwort. Jeder Output ist neu erzeugt, nicht aus einer Datenbank kopiert.

Seite 3 / 6
Wo wird es eingesetzt?

Generative KI im Alltag

Vier Bereiche — viele davon nutzt du wahrscheinlich schon.

Generative KI steckt in vielen Apps — meist als Assistenz.
Generative KI steckt in vielen Apps — meist als Assistenz. KI-generiert

Beispiele aus dem Alltag

Sprachmodelle
ChatGPT oder Gemini schreiben Texte und beantworten Fragen.
Bild-Generatoren
DALL-E oder Midjourney erstellen Bilder aus einer Beschreibung.
Audio-Tools
Suno oder ElevenLabs komponieren Musik oder erzeugen Stimmen.
Code-Assistenten
GitHub Copilot oder Claude Code helfen Programmiererinnen.

Wichtiger Hinweis

Generative KI kann auch halluzinieren — plausibel klingende, aber falsche Aussagen erzeugen. Außerdem schreibt der EU AI Act eine Kennzeichnung KI-generierter Inhalte vor (EU AI Act 2024/1689, Art. 50).

Seite 4 / 6
Reflexion

Fragen zur Diskussion

Vier Fragen zum Nachdenken — in der Klasse oder im Stillen.

Urheberrecht & Trainingsdaten

1. Generative Modelle wurden mit Milliarden urheberrechtlich geschützter Texte und Bilder trainiert. Wer profitiert? Wer wird vergütet? Wie würdest du das regeln?

Kennzeichnung & Vertrauen

2. Der EU AI Act verlangt, dass KI-generierte Inhalte als solche markiert werden (Art. 50). Wie könnten Schulen, Medien und Plattformen das praktisch umsetzen?

Halluzination

3. Eine KI kann erfundene Quellen, Daten und Zitate liefern — überzeugend formuliert. Welche Strategien helfen dir, KI-Antworten zu prüfen, bevor du sie verwendest?

Lernen mit GenKI

4. Wo macht Generative KI dein Lernen besser, wo schwächer? Wo solltest du sie bewusst NICHT verwenden — und warum? (UNESCO 2024)

Seite 5 / 6
Quellen

Weiterführende Quellen

Aktuelle Referenzen (alle 2024 und jünger) für Recherche und Unterricht.

EU AI Act · Verordnung (EU) 2024/1689. Artikel 50 verpflichtet Anbieter von Generativen KI-Systemen, deren Outputs maschinenlesbar als KI-generiert zu kennzeichnen (z. B. via Wasserzeichen oder Metadaten). Artikel 53–55 enthalten besondere Pflichten für Anbieter von General-Purpose-AI-Modellen mit systemischem Risiko, inklusive Risiko-Assessments und Reporting.
UNESCO (2024) · AI Competency Framework for Students. Vier Kompetenz-Dimensionen für Lernende: ethisch denken, KI-Konzepte verstehen, KI-Techniken anwenden, KI-Systeme gestalten. Besonders relevant für GenKI sind die Dimensionen „kritisch hinterfragen" und „verantwortungsvoll erschaffen".
DigComp 2.3 (2025) · Europäischer Referenzrahmen für digitale Kompetenzen. Aktualisierte Fassung mit AI- und Daten-Fokus. Fünf Kompetenzbereiche — Generative KI berührt insbesondere Bereich 3 (Inhaltserstellung, inkl. Urheberrechte und KI-Kennzeichnung) und Bereich 5 (Problemlösen, kritisches Hinterfragen von Outputs).
Stanford AI Index Report (2025). Jährlicher umfassender Report des Stanford Institute for Human-Centered AI. Kapitel zu Foundation Models, Multimodalität, Adoption und Responsible AI. Aktuelle Benchmarks zu Halluzinations-Raten und Sicherheits-Aspekten.
Seite 6 / 6